Branchenentwicklung in Deutschland

Die zunächst kleinen Ausrüsterbetriebe entwickelten sich im Lauf der Zeit zu oft bedeutenden Firmen mit z.T. über 100 Beschäftigten und Lagerflächen von mehreren tausend Quadratmetern.

Die zunehmende Geschäftsausweitung machte es den kleineren Firmen immer schwerer, ein genügend großes Lager vorzuhalten. Daher bildete sich auch in der Schiffsausrüstung mehr und mehr die Bedeutung des Zuliefer-Großhandels heraus, in dem Hamburg eine dominierende Stellung einnimmt. Die in den Seehäfen Wilhelmshaven, Emden, Bremen, Bremerhaven, Kiel, Rostock usw. ansässigen Ausrüsterfirmen konnten im Wettbewerb mit den Großhäfen nur dann bestehen, wenn sie ihren Kunden die gleichen Warenkollektionen wie ihre dortigen Kollegen anzubieten hatten. Mit Hilfe des überwiegend hamburgischen Großhandels wurde auf diese Weise eine beachtliche internationale Marktstellung für die deutsche Schiffsausrüstung geschaffen.

Der Wiederaufbau der Schiffsausrüsterbetriebe in der Nachkriegszeit ging zunächst nur langsam voran. Erst nach der Währungsreform und mit dem wieder zunehmenden ausländischen Schiffsverkehr in den deutschen Häfen sowie dem Neuaufbau unserer Handelsflotte belebte sich das Ausrüstungsgeschäft auch in Deutschland in den 50iger Jahren erneut.

Schrittweise mußte die verlorgengegangene Marktstellung von den benachbarten konkurrierenden Seefahrtsnationen zurückgewonnen werden. Erfreulicherweise hat die deutsche Ausrüstung ihre Marktposition weiter festigen und mit dem rapiden Anwachsen und der fortschreitenden Technisierung der Welthandelsflotte laufend Schritt halten können.

Nach der deutschen Wiedervereinigung etablierten sich auch im Osten Deutschlands wieder privatwirtschaftliche Schiffsausrüsterfirmen, die inzwischen erfolgreich am Marktgeschehen teilnehmen.

150

Schiffsausrüsterfirmen, die Schiffe mit Proviant, Genußmitteln und sämtlichen technischen Artikeln und Ersatzteilen versorgen

30

Beschäftigte arbeiten in den überwiegend mittelgroßen Betrieben, die größten Betriebe haben bis zu 100 Mitarbeiter.

20000

Artikel haben sog. Generalausrüster, die sämtliche in der Schifffahrt benötigten Waren liefern, in ihrem Sortiment.

In den deutschen Häfen gibt es heute ca. 150 Schiffsausrüsterfirmen, die Schiffe mit Proviant, Genußmitteln und sämtlichen technischen Artikeln und Ersatzteilen versorgen. Es sind überwiegend mittelgroße Betriebe mit 10 bis 30 Beschäftigten, die größten haben jedoch weit über 100 Mitarbeiter.

Einige dieser Firmen sind sog. Generalausrüster, die sämtliche in der Schiffahrt benötigten Waren liefern; manche führen über 20.000 Artikel in ihrem Sortiment und verfügen über mehrere tausend qm Lagerfläche sowie einen umfangreichen Fuhrpark.

Andere Ausrüsterfirmen haben sich auf einzelne Warengruppen spezialisiert, z.B. auf Trockenproviant, Fleisch- und Wurstwaren, Genußmittel oder auf Deck- und Maschinenausrüstung, Drahtseile und Tauwerk, nautische Artikel, Seenot-Ausrüstung oder anderes.

Neben den direkt an Schiffe liefernden General- und Spezial-Ausrüstern gibt es für Elektroartikel, Genußmittel und Proviant besondere Zulieferfirmen.

Da seit jeher das Privileg der internationalen Seeschiffahrt besteht, unverzollte und unversteuerte Waren auf See zu gebrauchen und zu verbrauchen, handeln Schiffsausrüster zu einem erheblichen Teil mit unverzollten ausländischen und verbrauchsteuerfreien EU-Waren und stehen daher unter ständiger Kontrolle der Zollbehörden.

Nach den in Deutschland geltenden Zollbestimmungen dürfen Schiffe unverzollte Waren nur für Fahrten beziehen, auf denen es das deutsche Küstengebiet verläßt.

Die Warenläger der Schiffsausrüster liegen entweder in Freihäfen oder als Zollläger im Zollinland. Freihäfen gibt es in Deutschland nur noch wenige; dies sind durch einen hohen Zaun abgegrenzte Gebiete, in denen Waren ohne unmittelbare Zollbewachung befördert werden können. Lediglich der Warenein- und -ausgang über die Freihafengrenze wird vom Zoll überwacht.

Ein Verbauch von unverzollten oder unversteuerten Waren ist in allen Ausrüsterlägern und auch im Freihafen, streng verboten. Jede einzelne Warenpartie wird bei der Einlagerung karteimäßig genau erfaßt; ihre ordnungsgemäße Lieferung nur an bezugsberechtigte Schiffe wird von der Zollverwaltung sorgfältig überwacht, um eine mißbräuchliche Verwendung auszuschließen.

Wegen des hohen Zoll- und Steuergefälles bei vielen Waren muß das Personal bei Ausrüsterfirmen besonders vertrauenswürdig sein.

Viele deutsche Ausrüsterfirmen haben feste Lieferverträge mit deutschen und ausländischen Reedereien und müssen deren Schiffe z.T. in allen internationalen Häfen versorgen. Neben Land- und Wasserfahrzeugen für den Nahverkehr werden daher oftmals schwere Lkw und Thermoswagen für Kühl- und Gefriergut von größeren Firmen eingesetzt. Deutsche Schiffsausrüster liefern weltweit.

Branchenentwicklung international

Das Schiffsausrüstergewerbe als ein besonderer Wirtschaftszweig entwickelte sich erst in den letzten 200 Jahren mit dem Ausbau der internationalen Seeschiffahrt. Zur Zeit der Segelschiffe, die oft monatelang in den Häfen lagen, war naturgemäß ein Geschäftszweig, der sich auf die prompte Versorgung der Schiffe spezialisiert, noch nicht erforderlich. Erst mit der Verbreitung des maschinellen Schiffsantriebes, dem Aufkommen der Dampf-, Motor- und Turbinenschiffe und den immer kürzeren Lade- und Löschzeiten sowie mit zunehmender Schiffsgröße änderten sich diese Verhältnisse.

Mit der Intensivierung des Seeverkehrs im 19. Jahrhundert nahm auch die Notwendigkeit zu, die Ausrüstung der Schiffe im Hafen zu forcieren; es mußten eine oder wenige zuverlässige Firmen mit der Beschaffung aller erforderlichen Waren betraut werden. Das war die Geburtsstunde des Schiffsausrüsters. Heute ist ohne ihn der Betrieb der Seeschiffahrt undenkbar.

Der Wiederaufbau der Schiffsausrüsterbetriebe in der Nachkriegszeit ging zunächst nur langsam voran. Erst nach der Währungsreform und mit dem wieder zunehmenden ausländischen Schiffsverkehr in den deutschen Häfen sowie dem Neuaufbau unserer Handelsflotte belebte sich das Ausrüstungsgeschäft auch in Deutschland in den 50iger Jahren erneut.

Schrittweise mußte die verlorgengegangene Marktstellung von den benachbarten konkurrierenden Seefahrtsnationen zurückgewonnen werden. Erfreulicherweise hat die deutsche Ausrüstung ihre Marktposition weiter festigen und mit dem rapiden Anwachsen und der fortschreitenden Technisierung der Welthandelsflotte laufend Schritt halten können.

Nach der deutschen Wiedervereinigung etablierten sich auch im Osten Deutschlands wieder privatwirtschaftliche Schiffsausrüsterfirmen, die inzwischen erfolgreich am Marktgeschehen teilnehmen.

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